Home Deutsch #QUWomen: Ramona Perthel – “Deutschlands schrillste Spielerfrau“: witzig, bodenständig, familiär

#QUWomen: Ramona Perthel – “Deutschlands schrillste Spielerfrau“: witzig, bodenständig, familiär

written by Queen Mom 20. Oktober 2014

Mit Ramona Perthel haben die Medien endlich wieder eine Spielerfrau für sich entdeckt, die alle Klischees zu erfüllen scheint: Blond, hübsch, geizt nicht mit ihren Reizen, TV-Sternchen und Dessous-Model. „Deutschlands schrillste Spielerfrau“ heißt es in den Boulevardformaten und die Journalisten freuen sich, dass Ramona aus ihrer Vorliebe für Strasssteinchen keinen Hehl macht. QueensUnited hat sich mit der Österreicherin, die mittlerweile Mutter eines Söhnchen ist, unterhalten. Über die Klischees, die Medien, das Leben an der Seite mit einem Fußballprofi und die Vorliebe für Funkelsteinchen … Und wir finden: Daumen hoch! Ramona Perthel ist eine richtig coole Frau. Ihr liebstes Hobby: Kochen!

Du bist Österreicherin. Wie bist Du in Deutschland aufgenommen worden, als Du mit Timo zusammengezogen bist?
Ich fühle mich sehr wohl hier in Deutschland und hab hier auch schon einige liebe Menschen kennenlernen dürfen.

Wie reagieren die Leute auf Dich, auch im Stadion beispielsweise?
Ach das ist sehr verschieden, aber die meisten sind sehr freundlich und es gibt sogar manche die auch ein Foto mit mir machen wollen.

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Ein Blickfang im Stadion: Ramona mit Söhnchen Luis

Wie nimmst Du die Berichterstattung über Dich und Deine Familie wahr? Hast Du das Gefühl, die Medien sind Euch immer wohlgesonnen oder kamen auch manchmal komische Anfragen und Anspielungen (die Klischees über Spielerfrauen und so weiter).
Also seit meiner Schwangerschaft und vor allem seit Luis auf der Welt ist, habe ich mich öffentlich ein wenig zurückgezogen. Der Hauptgrund ist, dass wir ein nahezu ungestörtes Familienleben führen können. Wir haben gemerkt, dass das nicht möglich ist, wenn beide Partner in der Öffentlichkeit stehen. Dann lebt man ständig unter Beobachtung und alles was man macht wird unter die Lupe genommen. Auf diese Oberflächlichkeit habe ich keinen Bock mehr und genieße stattdessen einfach unser schönes Familienleben mit allem drum und dran. Und falls doch, suchen wir uns immer gemeinsam aus, was wir medial machen wollen.

Wenn wir schon mal bei diesem Thema sind: Klischees! Wie reagieren Deine Freunde und Dein erweitertes Umfeld, respektive, musst Du Dich rechtfertigen wenn Leute Dich kennenlernen und fragen, was Du machst?
Ich kann mir schon vorstellen, dass ich für fremde Personen in das typische Spielerfrauen-Image passe: Ich bin Dessous-Model und arbeitete fürs Fernsehen. Schade, dass die meisten dann sofort einen falschen Eindruck von der “Frau an der Seite eines Profisportlers“ haben”. Aber ich habe schon lange aufgehört, mich zu rechtfertigen, denn meine Familie und Freunde kennen mich und schätzen mich als Mensch, und wenn es sture Menschen gibt, die in einem nur das Böse und das Schlechte sehen wollen, dann bitte, sollen sie es machen. Das soll nicht mein Problem sein, wenn mich jemand nicht mag aufgrund von Spekulationen oder Äußerlichkeiten.

Was entgegnest Du diesen Menschen?
Früher dachte ich immer, ich muss mich rechtfertigen, dass ich nicht so bin wie ich oft medial dargestellt werde, aber mittlerweile denke ich, dass Menschen mit Charakter und Anstand sich selbst ein Bild von mir machen, wenn sie mich kennenlernen und erst dann über mich urteilen.

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“Das soll nicht mein Problem sein, wenn mich jemand nicht mag aufgrund von Spekulationen oder Äußerlichkeiten.”

Du stehst ja auf Strasssteinchen, bling-bling, Glitzer und so weiter. Wir finden das recht cool, aber kannst Du auch selbst manchmal über Dich lachen diesbezüglich?
(Lacht) Ja das stimmt! Ich hab da wirklich einen Tick. Keine Ahnung warum. Ich denke mal, jeder hat so seine bestimmten Sachen die er besonders mag, und ich liebe halt eben alles was funkelt und glitzert.

Wie hat sich Dein Leben verändert, seit Du Mama bist?
Ganz ehrlich: ich finde wenn man Mama geworden ist, hat man den Sinn des Lebens gefunden. Man wacht auf und man wird schon mit einem breiten Lächeln begrüßt – was gibt es Schöneres!?

Wie verschieben sich die Prioritäten plötzlich?
Ja, unser kleiner Mann hat definitiv Vorrang nun und bestimmt unseren Tagesablauf, es gibt nichts was wir nicht ohne ihn machen. Geht auch nicht, unsere Familien wohnen 900 und 300 Kilometer entfernt von uns und Babysitter haben wir auch keinen und wollen wir auch nicht. Das bedeutet, egal wo wir auftauchen: wir sind immer zu viert unterwegs, inklusive Luigi unserem vierbeinigen, haarigen Sohn! (lacht)

Wenn es eine versteckte Kamera im Hause Perthel geben würde, könnte man Dich dann auch mal ungestylt und chaotisch erleben?
Chaotisch definitiv, bin ein lustiger Mensch und für jeden Spaß zu haben. und ungestylt? Na klar, meine “Hauptmode” besteht zurzeit aus Jogginganzügen …aller Art …aber dafür mit viel Bling-bling (lacht)

Was sind Deine größten Leidenschaften – abgesehen von deinen beiden Männern?
Das klingt jetzt komisch aber, ich liebe es zu kochen. Und meine Männer freut es natürlich.

Von welchem Leben hast Du geträumt, als Du ein Teenager warst, was wolltest Du schon immer mal machen?
Ich wollte immer schon eine große Familie haben und mich für den Tierschutz einsetzen.

Wie war Euer Umzug nach Bochum und was findest Du am Umziehen/Ortswechseln gut und was weniger gut?
Unser Umzug war recht super, auch wenn wir leider noch etwas Probleme mit unseren alten Vermieter hatten. Aber mittlerweile ist wieder alles in Ordnung und wir konnten uns hier in Bochum super einleben. Also ich muss aber sagen, dass ich zur Kategorie Mensch gehöre, die Umziehen leider hasst. Innerhalb der letzten eineinhalb Jahre bin ich nun drei Mal umgezogen – Schicksal einer Spielerfrau, würde ich sagen …

Wie würdest Du Deine Aufgabe als “Spielerfrau” definieren?
“Aufgabe” klingt etwas streng aber momentan als Neu-Mami würde ich sagen, einfach die Familie zusammenhalten und dem Mann den Rücken stärken.

Bist Du auch der Meinung, dass sich die Partnerinnen von Profisportlern über diesen Begriff eigentlich nicht ärgern sollten, sondern im Gegenteil stolz darauf sein sollten?
Klar, ich bin sehr stolz auf meinen Mann und auf alles was er in seinem bisherigem Leben schon geleistet hat. “Spielerfrau” hin oder her, ich bin froh die Frau von meinem Timo zu sein, da ich ihn über alles liebe und schätze.

Timo_Ramona

“Spielerfrau” hin oder her, ich bin froh die Frau von meinem Timo zu sein”

Was findest Du am schwierigsten am Zusammenleben mit einem Profisportler?
Dass das Leben unter ständiger Beobachtung steht und man immer aufpassen muss, was man vielleicht auf verschiedenen Plattformen postet oder wo man hin geht. Definitiv nicht immer einfach. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich auch daran. (lacht)

 Gibt es Orte auf der Welt, wo Du Dir wünschen würdest, dass Dein Partner irgendwann mal dort unter Vertrag steht?
Ich hab Timo von Anfang an gesagt, es bleibt immer ihm überlassen für welchen Verein er sich entscheidet. Für mich ist die Hauptsache, dass wir zusammen bleiben und nicht örtlich getrennt sind.

Wie stellst Du Dir Euer Leben nach seiner sportlichen Karriere vor, habt Ihr Pläne, über die man jetzt schon sprechen darf?
Oh ja, wir haben so einige Pläne, ob wir diese dann wirklich realisieren ?!?!…… sind ja noch ein paar Jahre bis dorthin.

Wie viele Kinder möchtest Du am liebsten haben?
Drei, definitiv drei!

Was ist das Blödeste, was mal jemand im Zusammenhang mit dem Begriff “Spielerfrau” zu Dir gesagt hat?
“Die geht bestimmt jeden Tag shoppen, gibt sein Geld aus und redet sicher nur über Schminke und Designerklamotten” …. Mein früheres Ich hätte sich wieder geärgert und hätte geglaubt sich rechtfertigen zu müssen dass ich nicht so bin, aber jetzt ?!?! Jetzt lache ich darüber warte auf meinen Mann, koche für ihn und meinen Sohn und wir essen gemeinsam unser frisches Abendessen, dann gehen wir alle zusammen an der frischen Luft spazieren. So sind meine liebsten Abende. Ich, Spielerfrau. (Lacht)

Fotos: privat/Ramona Perthel

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