Home Deutsch Lieben und Leiden in Sevilla, Teil 2: Nachgefragt bei Melanie Trochowski

Lieben und Leiden in Sevilla, Teil 2: Nachgefragt bei Melanie Trochowski

written by Queen Mom 25. Juli 2014

Nach der WM ist vor dem Ligastart in Europa.Wir schauen wieder über die Grenzen.  Heute Teil 2 unseres Interviews mit Melanie Trochowski, der Frau des FC Sevilla Kickers Piotr Trochowski. Lieben und Leiden in Sevilla:  

Wie sieht es mit Deinen Spanisch-Kenntnissen aus?
MT: (lacht) leider nicht brillant – ich verstehe sehr viel und kann mich auch verständigen aber ich muss zugeben dass ich öfter mal ins Englische ausweiche. Da bin ich vielleicht zu perfektionistisch, bevor ich einen Fehler mache antworte ich lieber auf Englisch. Mich selbst ärgert das auch ein wenig, weil ich mir sicher bin, dass die Menschen hier in Sevilla bestimmt darüber hinweg sehen würden. Überhaupt sind die Leute hier sehr freundlich, hilfsbereit und kommunikativ. Anschluss zu finden fiel uns hier nicht schwer.

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Wie immer ein chices Paar: Melanie und Piotr, das Gala «Wedding-Couple» 2011

 

Hast Du einen Tipp gegen Heimweh?
MT: Telefonieren! Wenn ich mit Freunden und Familie spreche, geht es mir meist schon etwas besser. Ich sag mir dann auch immer, dass meine Heimat ja nicht untergegangen ist und ich bestimmt in der nächsten Zeit mal wieder nach Hause – zumindest für einen Kurzbesuch- komme.

Melanie in Sevilla

Melanie in Sevilla. “Wahrscheinlich ist der erste Umzug der Schwerste.”

Wir schließen daraus, dass Du öfter noch in Hamburg anzutreffen bist?
MT: Ja, das stimmt. Ich bin bestimmt alle anderthalb Monate in Hamburg. (lacht) Man kann sagen, meine Heimat ist Hamburg wo meine Familie und Freunde leben und wir auch immer noch unsere alte Wohnung haben, aber Sevilla ist unser momentanes Zuhause.

Welchen Tipp hast Du für unsere Spielerfrauen vor einem Umzug ins Ausland?
MT: Unbedingt, wenn es sich irgendwie einrichten lässt, vorab schon mal hinfahren. Dann bekommt man einen ersten Eindruck was einen erwartet. Und man sollte schon ein paar Sprachkenntnisse haben – zumindest ein paar Grundkenntnisse. Gerade wenn es in ein Land geht, wo Englischkenntnisse vielleicht nicht Standart sind. Ohne ein einziges Wort in der Landessprache kann es sehr schwer werden.

Deine schwerste Erfahrung mit dem Umzug ins Ausland?
MT: Die Entfernung zu Familie und Freunden. Das Wissen, dass man im Notfall nicht sofort da sein kann. Und Orientierung. Ich finde mich manchmal immer noch nicht zurecht und verlaufe mich öfter mal. Das liegt aber bestimmt an der extrem verwinkelten Stadt Sevilla (lacht) – zum Glück gibt es google-maps.

Deine wertvollste Erfahrung mit dem Umzug ins Ausland?
MT: Die Feststellung es geschafft zu haben. Wahrscheinlich ist der erste Umzug der Schwerste und ich glaube ich bin nun gewappneter, falls irgendwann wieder ein Wechsel anstehen sollte. Es war auf jeden Fall eine Erfahrung, die mich stärker gemacht hat.

Hast Du zum Abschluss noch ein paar Reisetipps zu Sevilla für uns?
MT: Sevilla ist eine historische Stadt, es gibt so Vieles zu sehen. Es lohnt sich in jedem Fall die Attraktionen aus dem Reiseführer zu besuchen. Die Kathedrale von Sevilla zum Beispiel ist wunderschön und hat eine spannende Geschichte. Oder der Plaza de Espana mit dem angrenzenden Maria Luisa Park. Eines meiner Lieblingsviertel ist das Barrio Santa Cruz – hier kann man ewig umher bummeln. Wer im Mai kommt muss das Volksfest Feria de Abril besuchen. Feria ist dieses Jahr im Mai. In der Osterwoche kann man sich hier die Semana Santa (Osterumzüge) anschauen. Und man sollte unbedingt Tapas essen!!

Dont ́s in Sevilla:
MT: Ich würde jeden der nach Sevilla kommt gerne bitten keinen Stierkampf zu besuchen und es auch zu meiden mit einer der Touristen-Kutschen durch die Stadt zu fahren. Mir tut das immer unglaublich weh zu sehen, wie die lachenden Touristen sich durch die Stadt kutschieren lassen und sich gar nicht bewusst sind, was sie den Tieren, die stundenlang auf Beton laufen müssen, damit antun!

Aufmerksam sollte man an der Kathedrale sein, dort stehen immer ein paar Damen die einem Sträucher verkaufen und aus der Hand lesen wollen. Das ist nicht nur Touristenabzocke sondern auch Ablenkungsmanöver für Taschendiebe.

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Melanie und Piotr in Sevilla – der Spanisch-Look steht den beiden ziemlich gut!

Ein großes Dankeschön an Melanie für das angenehme Gespräch und die tollen Fotos!

Lest HIER den 1. Teil des Interviews

(Fotos: privat)

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