Home Deutsch #QULivingAbroad: Lieben und Leiden in Sevilla: Nachgefragt bei Melanie Trochowski

#QULivingAbroad: Lieben und Leiden in Sevilla: Nachgefragt bei Melanie Trochowski

written by Queen Mom 10. Juni 2014

QueensUnited im Gespräch mit der Frau des FC Sevilla Kickers Piotr Trochowski

Im Oktober 2011 hatten wir mit Melanie Trochowski gesprochen. Sie erzählte uns damals unter anderem von ihrer Traumhochzeit mit dem Ex-HSV Profi Piotr Trochowski. Beide waren gerade nach Spanien umgezogen, da Piotr zum FC Sevilla gewechselt war. Für Melanie war das ein großer Schritt, immerhin lebte sie ihr bisheriges Leben ausschließlich in Hamburg. Es war ihr erster Umzug und dann gleich ins Ausland. Piotr spielt nun seine 3. Saison beim FC Sevilla und wir haben bei Melanie nachgehört wie es ihnen seit dem Umzug ergangen ist…

In unserem letzten Gespräch hast Du erzählt, dass es ein großer Schritt für Dich war mit nach Spanien zugehen. Habt ihr Euch inzwischen gut eingelebt?
MT: Mittlerweile haben wir uns sehr gut eingelebt. Am Anfang fiel es mir tatsächlich schwer. Ich vermisste Hamburg, meine Freunde und besonders die Familie. Wir haben auch lange nach einer passenden Wohnung gesucht und bis vor einem halben Jahr in einem Ferien-Appartement gewohnt. Das ist natürlich für die Eingewöhnung auch nicht sehr förderlich (lacht).

Gab es einen speziellen Grund für die lange Suche?
MT: Viele der anderen Spieler leben außerhalb der Stadt in sogenannten Gated Communitys (Bewachte Wohnsiedlungen Anm. der Red.), das kam für uns nicht in Frage – wir hatten uns von Beginn an in das wunderschöne Zentrum von Sevilla verliebt. Auch wenn es so länger mit der Wohnungssuche gedauert hat.

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Das Ehepaar Trochowski bestens integriert in Spanien

Die Zeit bis zum Herbst 2013 war nicht einfach für Euch – Piotr hatte sich im September 2012 schwer verletzt. Das ist auch als Partnerin eine intensive und sicher nicht immer leichte Zeit?
MT: Als Partner steckt man ja nicht drinnen – er hat die Schmerzen, die OP ́s – das nimmt einen schon mit… Das war schon eine deprimierende Zeit. Aber ich kann sagen, dass Piotr immer an sich geglaubt hat und ich natürlich auch.

“Aber ich kann sagen, dass Piotr immer an sich geglaubt hat und ich natürlich auch.”

Wie man hört hat er sich bewundernswert und mit unglaublichen Willen zurück gekämpft. Das scheint Eindruck gemacht zu haben. In einem Interview haben wir gelesen, das Trainer Unai Emery davon sprach, dass in der Kabine jetzt der “Geist von Trochowski” wohne.
MT: Piotr hat die Zeit genutzt sich mental zu stärken. Hat mit viel Disziplin an sich gearbeitet. Ja, er ist wirklich Mr. Disziplin in Person!

Wie würdest Du Deine Rolle während dieser Zeit beschreiben?
MT: Ich war Krankenpflegerin und Organisatorin. In dieser Zeit haben wir uns oft gefragt, wie man das alleine schaffen sollte – Vieles geht einfach nicht ohne Unterstützung. Die Zeit nach der OP in Amerika, als Piotr nicht mehr im Krankenhaus sondern in einem Hotel untergebracht war – da hätte man sonst eine Pflegerin gebraucht. Er konnte ja nicht mal alleine aufstehen.

Fast genau ein Jahr nach seiner Verletzung feierte er im September 2013 sein Comeback auf dem Platz. Verbucht man so ein Comeback auch als eine Art persönlichen Erfolg?
MT: Mich hat das unglaublich gefreut, aber als Erfolg für mich hab ich das nicht gesehen. In einer Beziehung hält man zusammen – das ist doch normal.

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Melanie: “In einer Beziehung hält man zusammen – das ist doch normal.”

Ein großes Dankeschön an Melanie für das angenehme Gespräch und die tollen Fotos!

Mehr aus unserem Interview mit Melanie demnächst hier auf QueensUnited!

(Fotos: privat)

 

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