Home Interviews Home is wherever I´m with you – Teil 2 – Zukunftspläne & Spielerfrauenklischees

Home is wherever I´m with you – Teil 2 – Zukunftspläne & Spielerfrauenklischees

written by Queen Mom 20. Juli 2013

Im 2. Teil unseres Interviews mit Emmanuelle Narcisse und Laurence Omeyer plaudern die Beiden über Zukunft und den Begriff Spielerfrau.

QU: Wie sehen Eure Zukunftspläne aus?
Laurence:
Wir haben keinen konkreten Plan. Wahrscheinlich werden wir aber in Frankreich bleiben, aber das weiß man nie. Wir schauen von Saison zu Saison. Hauptsache wir sind zusammen und gesund – das ist das Wichtigste.
Emma: Nach unserer Zeit in Gummersbach (2004 – 2007 Anm. d. Red.) war ich froh, wieder zurück nach Frankreich zu können. Dann kam 2009 das Angebot von Kiel – ein Traum von Daniel und obwohl ich in Chambéry glücklich war, war ich die Erste die gesagt hat: dann gehen wir dahin! Tja, wer hätte das gedacht – jetzt vor dem Umzug habe ich sogar geweint weil ich Deutschland wieder verlassen musste.

QU: Man weiß nie wie es kommt….
Emma:
Genau, also schauen wir was passiert, wie viele Jahre mein Mann auf diesem Niveau spielen kann. Um glücklich zu sein brauche ich Daniel und meine Kinder um mich – der Rest interessiert mich noch nicht. (lacht)

QU: Dann war es zwischen Dir und Deutschland quasi Liebe auf den zweiten Blick?
Emma:
Das kann man so sagen, ja. Daniel und ich sind seit 12 Jahren zusammen und haben in Deutschland länger zusammen gelebt als in Frankreich. Ich liebe Deutschland, die Menschen, das Leben hier. Es gefällt mir, wie hier alles funktioniert.
Laurence: Es ist sauber, ordentlich, alles so geregelt.
Emma: In Frankreich ist das etwas anders. Da werden Regeln gerne mal umgangen. (beide lachen)

QU: Frankreich unterschiedet sich also in vielen Dingen von Deutschland. Wie sieht es mit dem Begriff Spielerfrau aus?
Laurence:
Es gibt das Wort, wobei es etwas negativ klingt.

QU: Also ähnlich klischeebehaftet wie in Deutschland?
Laurence:
In Frankreich sind die Menschen nicht sehr gönnerhaft. In Deutschland ist es irgendwie anders. Die Menschen sind immer so nett zu uns. Beim Einkaufen werden wir sogar an der Fleischtheke mit Namen angesprochen, auf eine sehr nette Art und Weise. Dennoch ist Spielerfrau in keinem Land ein Beruf.
Emma: In Frankreich ist es ein Tabu, wenn du viel Geld verdienst oder Erfolg hast. Du erzählst nicht offen, dass du in London warst, weil dein Mann gerade olympisches Gold gewonnen hat.

“Spielerfrau ist in keinem Land ein Beruf”

 

QU: Beschäftigen sich die französische Medien mit Spielerfrauen?
Emma:
Als Spielerfrau wird man immer angeschaut. Was trägst du, was machst du, wie benimmst du dich….
Laurence: Zum Glück sind wir nicht mit Fußballern verheiratet. Sie stehen noch viel mehr in der Öffentlichkeit.
Emma: Die Medien lieben in erster Linie Geschichten von bösen Mädchen. Wenn jemand etwas Schlimmes oder für die Öffentlichkeit Verwerfliches getan hat, dann ist die Person bestimmt viele Tage in den Zeitungen Thema.

QU: Was würdet Ihr anderen Spielerfrauen, die noch auf etwas weniger Erfahrung zurückblicken können, raten?
Laurence:
Sei und bleib Du selbst. Du bist nicht glücklich wenn Du eine Rolle spielst.
Emma: Versuch nicht jemand anderes zu sein. Spielerfrau zu sein ist kein Job. Die Titel werden nicht von uns gewonnen. (lacht)
Laurence: Wir haben bestimmt tolle Männer geheiratet, deren Karriere uns auch ein schönes Leben ermöglicht. Dennoch sind wir normal und natürlich geblieben.

“Du bist nicht glücklich wenn Du eine Rolle spielst”

 

QU: Die Außenwahrnehmung unterscheidet sich oft von der Realität…
Laurence:
Es gibt wahrscheinlich viele Frauen, die denken, dass das Leben mit dem großen Thierry Omeyer ein einziges Fest wäre. Sie würden staunen, wenn wir mal eine Woche tauschen. Dann würden sie sehen, wie das Leben neben einem Leistungssportler ist. Ich denke, ich würde meinem Mann ganz schnell zurückbekommen (lacht).

 

Mehr von Emma und Laurence – unter anderem wie sich das Umzugsverhalten im Laufe der Zeit verändert hat und warum Emma in Zukunft ihre Eier selber kaufen muss, gibt es im Exklusiv-Blog für unsere QueensUnited – Mitglieder. (Log-In to read on)

Foto: fotograf-kiel.de

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